Der Jüdische Friedhof Oberwesel

Der Jüdische Friedhof Oberwesel

Der Jüdische Friedhof Oberwesel ist eine im 18. Jahrhundert angelegte Begräbnisstätte der Juden aus den Gemeinden Oberwesel und Perscheid. Die letzte Beisetzung fand im Jahr 1942 statt.

Der Jüdische Friedhof liegt in der nordwestlichen Gemarkung oberhalb der Stadt, auf einem als „An der grauen Lay“ bezeichneten Gelände.
Mit diesem Flurstück erhielten die Juden einen landwirtschaftlich wenig nutzbaren Nordhang, der am Rand einer Hochfläche gelegen und wegen seiner spärlichen Sonneneinstrahlung auch nicht für den Weinbau geeignet war. Das über dem Rheintal gelegene Land, dessen Untergrund überwiegend steinig-felsig ist, hat hier nur eine dünne Erdkrume und wird von den alteingesessenen Bewohnern der Region auch „Auf der Hardt“ genannt. Der den Friedhof bergende Landstreifen zieht sich als Brachland, teilweise auch mit Wald oder Buschwerk bestanden, als Hanglage entlang des nach Damscheid führenden Niederbachtales.

Die letzte Beisetzung auf dem Friedhof war die der Henriette Cahn geborene Schwarz. Sie fand im Januar 1942 zu einer Zeit statt, in der begonnen wurde, die letzten noch in Oberwesel verbliebenen Juden aufzuspüren, um sie zunächst in Sammellager zu überführen, die in Orten mit Bahnlinien gelegen waren, die direkt zu den „Todeslagern“ führten. Als solche Durchgangslager wird für die in Oberwesel festgenommenen Juden vornehmlich ein Lager in Koblenz angeführt. Es werden aber auch entferntere Orte, wie Köln-Müngersdorf, Düsseldorf, Darmstadt und Berlin genannt. Erst von dort begannen die endgültigen, von den Nationalsozialisten organisierten und durchgeführten Deportationen in die Vernichtungslager.
Der jüdische Friedhof des Ortes ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz (DSchG) und in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragen.

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